PAK Glückstadt

 
G E G E N   W E I S S :  Peripherien der Zeichnung          
28. August - 9. Oktober 2016
 
kuratiert von CAPRI Berlin                                                                                                  
www.capri-berlin.de    www.gegenweiss.org
 
PALAIS FÜR AKTUELLE KUNST GLÜCKSTADT                                                
www.pak-glueckstadt.de    info@pak-glueckstadt.de
Am Hafen 46, D - 25348 Glückstadt                                                                                
 
Öffnungszeiten: Freitag - Sonntag, 13 - 17 Uhr                                                         
 
ERÖFFNUNG: Sonntag, 28. August 2016 um 11 Uhr 30
_ Begrüßung und Einführung durch den Vorstand des Kunstvereins Glückstadt und die Kuratorinnen
_ Sommerfest im Palaisgarten
 
 
Anke Becker   (Berlin, D)                                              
Luca Bertolo   (Seravezza, IT)
Ina Bierstedt   (Berlin, D)                                             
Bettina Carl   (Zürich, CH/Berlin, D)
Kerstin Drechsel   (Berlin, D)                    
Rafael Grassi Hidalgo   (Winterthur, CH)
Valentin Hauri   (Zürich, CH)                    
Oliver Krähenbühl   (Suhr, CH)
Pauline Kraneis   (Berlin, D)                      
Thomas Ravens   (Berlin, D)
Vincent Schubarth   (Glückstadt, D)      
Christian Vetter   (Zürich, CH)
Irene Weingartner  (Zürich, CH/Düsseldorf, D) 
 
GEGEN WEISS: Peripherien der Zeichnung setzt eine Ausstellungsreihe zu zeitgenössischer Malerei fort,
die Bettina Carl 2007 in Zürich initiierte. Das internationale Projekt im Palais für aktuelle Kunst in Glückstadt
wird von den Künstlerinnen Ina Bierstedt und Bettina Carl kuratiert, die seit 2001 unter dem Namen CAPRI
Berlin als kuratorisches Team zusammenarbeiten.
GEGEN WEISS: Peripherien der Zeichnung legt den Fokus auf das Medium Zeichnung; die präsentierten
Werke umfassen ein weites Spektrum, das sowohl klassische Arbeiten auf Papier als auch räumliche und
malerische Formen des Zeichnerischen einschließt. Ihr verbindendes Element ist die materielle Reduktion
— Und gerade in dieser Einfachheit eröffnet sich eine überaus spannungsreiche Vielfalt bildnerischer
Auffassungen und Konzepte.
 
GEGEN WEISS Einführung
 
Malen ist immer ein Prozess des Verdunkelns. Es genügt die geringste Abweichung vom Weiß, von der Leere
des Bildgrunds, und schon verkompliziert sich alles: aus einer sauberen Fläche wird eine schmutzige, das
Eindeutige wird ambivalent, ein Ding (eine Leinwand, eine Mauer, ein Blatt Papier) verwandelt sich in den
Träger von etwas ganz Anderem.
GEGEN WEISS könnte an vielen Wänden der Stadt stehen. Diese Parole ist der Anfang jeder Zeichnung und
jeden Gemäldes, ist das trotzige Insistieren darauf, nun doch noch ein Bild zu erfinden - als gäbe es davon
nicht schon genug.
Seit langem wird zwischen den Bildgattungen vielfach hin- und herübersetzt, nachgestellt, gesamplet und
Karaoke gesungen. Der Einfluss der Massenmedien auf alle Malerei der letzten 150 Jahre ist offenkundig,
und dennoch ist das innige Verhältnis beider Phänomene ein völlig konkurrenzloses: Neben all den Fotos,
Filmen und Bildschirmansichten steht ein gemaltes Bild ganz alleine da, bleibt in seiner Fremdheit eigentlich
unsichtbar— Es sei denn, man ist bereit, die Malerei nicht nur aus ihrer spezifischen Geschichte heraus zu
lesen, sondern sie auch als eine zeitgenössische Form der Weltvorstellung zu erkennen, die ihr ganz eigenes,
komplexes Vokabular einsetzt.
Die Ausstellungsreihe GEGEN WEISS ist in diesem Sinne eine Aufforderung, sich anhand illustrer Beispiele
im rezeptiven Gebrauch einer Sprache zu üben, die sich jenseits des Appellativen und Informativen bestens
dazu eignet, über die Möglichkeiten von Bildern und die Möglichkeiten des Wahrnehmens nachzudenken: In
der Gegenwart.   
 
Bettina Carl